Prinzessin Elisabeth zu Wied kam am 29.12.1843 in Neuwied am Rhein als drittes Kind von Hermann Fürst zu Wied (1814 - 1907) und seiner Frau Marie, geborene von Nassau-Weilburg (1825 - 1902) zur Welt.
Am 15.11.1869 heiratete sie in Neuwied den General Karl Eitel Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen (20.4.1839 - 10.10.1914).
1870 ließ Karl die Sommerresidenz
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Carmen Sylva — Das Haus der dichtenden KöniginAus dem Niederländischen von Peter Gerber. Adaptiert von Edzard zu Wied.
Dies ist die Villa Carmen Sylva, das Haus der dichtenden Königin. Es wurde 1887 erbaut. Dieses ockerfarbene Haus neben dem Badepavillon ist eine der charakteristischen Villen Domburgs. Tatsächlich hat es nie der Königin gehört, sondern ursprünglich dem "Kölnisch Wasser" Magnaten Aldenbrück aus Brühl, der es 1888 an den deutschen Emporkömmling Erbschloe verkaufte. Elisabeth I, die erste Königin von Rumänien, als Dichterin unter ihrem Pseudonym "Carmen Sylva" bekannt, verweilte dort im Sommer 1889 rund fünf Wochen auf Einladung des Eigentümers. Dieser taufte die Villa, nach Abreise der Fürstin, ihr zu Ehren von "Villa Maria" in "Villa Carmen Sylva" um. Zum Dank für seine Gastfreundschaft wurde Erbschloe zum Ritter in den Orden der Krone Rumäniens ernannt. Auch der Bürgermeister Elout bekam diese Auszeichnung und erhielt außerdem zweihundert Gulden für die Armen des Dorfes.
Erholung Elisabeth Ottilie Louise zu Wied (ihr Mädchenname) wurde am 29.12.1843 im kleinen Fürstentum ihres Vaters am Rhein geboren. Später heiratete sie Karl von Hohenzollern, König Carol I von Rumänien. Bereits mit drei Jahren lernte sie lesen und besaß in ihrer Jugend eine unbändige Energie. Sie wurde "die wilde Rose von Wied" genannt und einige Jahre später "ein nicht aufzuhaltender Wirbelsturm". Dies war auch einer der Gründe, weshalb sie nach Domburg kam. Ihr ruheloses, aber auch tragisches Leben nötigte ihr regelmäßige Kurperioden ab. Das führte sie 1889 an die Küste der niederländischen Provinz Zeeland, wo der damals berühmte Dr. J. G. Mezger (1838 - 1909) praktizierte. Mezger, mit seiner für diese Zeit ungewöhnlichen Therapie, könnte man einen der ersten Physiotherapeuten nennen. Seine erfolgreiche Behandlung des ältesten Sohnes König Willem III lockte eine lange Reihe von prinzlichen, königlichen und kaiserlichen Besuchern in seine Praxis. Prinzessin Wilhelmina
So kam auch Carmen Sylva nach Domburg. Ihre Ankunft war sehr stilvoll. Sie war in Gesellschaft von 15 Personen, unter ihnen der Fürst Wilhelm und die Fürstin Marie zu Wied (geb. Niederlande - anm. d. Verf.), das junge Prinzchen, das Prinzeßchen und die Mätresse des Prinzen zu Wied, Frau Helena Vacaresco. Am Tag nach der Ankunft mussten Soldaten der in Middelburg liegenden Garnison antreten, um eine Ehrenwache zu stellen.
Am Samstag, dem 31. August, dem Geburtstag von Prinzessin Wilhelmina (der Niederlande - anm. d. Verf.) fand ein großes Fest in Domburg statt. Die Schulkinder hatten schon Monate zuvor Lieder einstudiert und gingen singend zum Badepavillon, wo sie von Königin (Emma) und ihrer Schwägerin, der Prinzessin zu Wied, empfangen und bewirtet wurden. Die Kinder bekamen Kakao, Rosinenkuchen und Schokolade mit dem Bildnis der Prinzessin Wilhelmina. Abends gab es ein großes Feuerwerk am Strand vor dem Pavillon und im Inneren begann ein grosser Ball.
Eine Woche später gab es erneut ein Fest im Dorf. Die königliche Gesellschaft wollte nämlich dem alten Volksspiel, dem Ringstechen beiwohnen und stellte eine Anzahl Preise zur Verfügung. Das gefiel den Leuten sehr. Fahrzeuge aus beinahe allen Dörfern der Insel Walcheren beteiligten sich an diesem Abend am Festumzug und in den Gasthöfen feierte man bis tief in die Nacht. Folklore Über die Qualitäten von Carmen Sylva als Dichterin und Schriftstellerin gibt es unterschiedliche Meinungen. Sie schrieb Gedichte, Märchen, und Romane mit neoromantischen-impressionistischem Inhalt. Hauptsächlich wurde sie aber durch Werke bekannt, welche durch die rumänische Landschaft und Folklore inspiriert waren. Ein kleines Beispiel aus ihren Werken ist folgende Weisheit: Carmen, der Gesang, Sylva der Wald Sissi Als Übersetzerin von u.a. B. Alexandri und P. Lotti machte sich Carmen Sylva einen Namen in den Literaturkreisen ihrer Zeit. Doch auch damals schon schrieben Kritiker, daß sie ihre Bekanntheit hauptsächlich der Tatsache zu verdanken habe, eine Königin zu sein und weniger ihrem Erfolg als Schriftstellerin. Doch hatte sie viele Bewunderer, darunter die österreichische Kaiserin Sissi, welche selbst eine produktive Dichterin war. Doch Sissis Ehemann, Kaiser Franz Joseph, hatte es ziemlich schwer mit der ruhelosen Carmen Sylva. Hiervon zeugt ein Seufzer, den er nach einem ihrer Besuche in Wien von sich gegeben haben soll: Viele der Werke Carmen Sylvas sind erhalten geblieben und Sammler zahlen hohe Preise für alte Ausgaben. 1994 bewies die 73jährige Hildegard Emilie Schmitz aus Koblenz in ihrer Doktorarbeit, daß Carmen Sylva auf einem bisher unbekanntem Gebiet große Bedeutung erlangte, nämlich dem der rumänischen Musikkultur und der synergetischen Wirkung mit Westeuropa. Carmen Sylva war ein vielseitiger Mensch. Sie unternahm alles Mögliche und publizierte ungefähr fünfzig Bücher von denen zwanzig Gedichtbände sind. Rumänien Daß sie jemals Königin von Rumänien werden würde, und noch dazu die erste, hätte sich Elisabeth als junges Mädchen nicht träumen lassen, obwohl sie Scherze darüber machte. In ihren unbekümmerten, jungen Jahren hielt sie wenig von einer Heirat und auf alle Anträge, die sie bekam, antwortete sie stets: Musik Elisabeth war sehr engagiert und wurde eine beliebte Königin, die liebevoll mit dem Kosenamen "Mütterchen" bedacht wurde. Sie gründete Schulen, Krankenhäuser, Kurorte und Kindergärten. Sie setzte sich für das Gesundheitswesen, Sozialwesen (Rente für alte Leute, Sozialhilfe für Bedürftige usw.) und die Kunst ein, doch im Privatleben hatte sie weniger Glück. Ihre einzige Tochter Marie verstarb mit vier Jahren an Typhus. Durch diesen Schicksalsschlag schrieb sie noch mehr und befasste sich mit Musik. Sie organisierte Hofkonzerte und literarische Zusammenkünfte und schrieb Texte für andere Komponisten. Mit dem deutschen Komponisten August Bungert z.B. unterhielt Carmen Sylva eine lebenslange Freundschaft und schrieb auch Texte für ihn. Die deutsche Sopranistin Lilli Lehmann führte internationale Werke von Bungert auf, sogar in der Metropolitan Opera in New York. Wann immer man die prächtige Pianomusik über den Dünen in Domburg hörte, spielte Bungert auf der Terasse der Villa. Sticken
Elisabeth wurde in ihrem Land besonders wegen ihrer Bemühungen um das Volk verehrt. Am Ende des 19. Jahrhunderts waren rumänische Frauen auf der ganzen Welt durch ihre Geschicklichkeit im Weben und Sticken bekannt, doch Elisabeth stellte fest, daß diese nationale Kunst durch die massenhafte Einfuhr von Stoffen aus dem Westen zu verschwinden drohte, vor allem durch die besondere Verlockung der Pariser Mode. Um dagegen anzugehen, gründete sie auf eigene Kosten eine Handarbeitsschule, in welcher die byzantinischen Modelle getreu reproduziert wurden. Um die Bauersfrauen dazu zu bewegen, ihre selbstgefertigten Kleider tragen, zeigte sich Elisabeth immer in handgearbeiteten Trachten, wenn sie durch das Land reiste. Mit einer solchen ist auf dem Foto oben zu sehen. Melancholie Der Tod ihres Töchterchens nagte an ihr. Sie begann die naiven Sätze ihres Kindes in Verse umzudichten und die rumänischen Volkslieder, welche man an deren Wiege gesummt hatte, ins deutsche zu übersetzen. All diese Texte sind beherrscht von Melancholie und Schwermut. Ein Beispiel: Wie oft, leider, schaue ich auf deine geschlossenen Tür Florence Nightingale Dann begann der Krieg. Carol I kämpfte zusammen mit Russland gegen die Türken im Feldzug von 1877 - 1878. Es war ein blutiger Krieg. Elisabeth entpuppte sich als wahre Möge Gott uns bald einen dauerhaften Frieden schenken, welcher die Angst aus unseren Herzen treibt und möge dieser bedauerliche Zeitabschnitt bald der Vergangenheit angehören, die gleichzeitig unsere Freude und Trübnis auswischt und nur den glänzenden Eindruck des erreichten Ergebnisses zurücklässt. Karl ist prächtig. Undankbarkeit läß ihn mit den Schultern zucken und es vergessen. Wenn man seine Wohltaten verkennt, geht er nicht darauf ein. Nach seinem Tod wird man ihn "Karel der Weise" nennen. Kultur-Revolution Durch den sanften Einfluß, den Elisabeth auf ihren Gemahl hatte, blühten Literatur, Wissenschaft und Kunst in Rumänien auf und erreichten in weniger als einem Vierteljahrhundert ein nie gekanntes Niveau. Rumänien wurde das Land mit kultureller Vorbildfunktion in Zentral-Europa. In Bukarest gründete Karl die erste königlich kulturelle Stiftung, die Stiftung Carol I, welche einen entscheidenden Einfluß auf die wissenschaftliche Vorbereitung und soziale Ausbildung der Studenten ausüben sollte.
Am anstrengensten war für sie das Leben in Bukarest, dieser lebenslustigen Stadt mit brausendem Nachtleben. Offizielle Festabende, denen sie beiwohnen mußten, begannen häufig erst um Mitternacht. Als Königspaar standen beide unter immensem öffentlichen Druck.
Quellen: Vergl.:Carmen Sylva - het huis van de dichtende Koningin
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